Lizaro: Ist der Anbieter in Deutschland zugelassen?
Lizaro hat keine GGL-Erlaubnis und steht nicht im amtlichen Verzeichnis. Was das bedeutet und was Google, GGL und KSA zu nicht lizenzierten Anbietern sagen.

Kurz zusammengefasst
- Lizaro besitzt keine Erlaubnis der Aufsichtsbehörde GGL und steht nicht im amtlichen Verzeichnis der zugelassenen Anbieter.
- Wer in Deutschland Online-Glücksspiel anbieten will, braucht eine GGL-Lizenz, und Google Ads lässt nur noch solche Anbieter werben.
- Die organische Suche bleibt eine Lücke, und die geplante EU-Whitelist lizenzierter Anbieter hat noch keinen Starttermin.
Nein. Lizaro besitzt keine Erlaubnis der Aufsichtsbehörde GGL und steht nicht im amtlichen Verzeichnis der zugelassenen Anbieter. Das ist der Stand vom 22. Oktober 2026. Nach dem deutschen Rechtsrahmen fehlt Lizaro damit die Voraussetzung für legales Online-Glücksspiel. Dieser Beitrag erklärt, was das bedeutet, wie Google mit solchen Anbietern umgeht und was bei der EU-Whitelist offen ist.
Lizaro im Verzeichnis: der Befund
Die Faktenlage ist knapp. Lizaro hat keine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Der Anbieter taucht im amtlichen Verzeichnis der zugelassenen Anbieter nicht auf.
Mehr belegen die vorliegenden Quellen nicht. Angaben zu Betreiber, Sitz oder Angebot machen wir deshalb nicht.
Lizaro steht mit dieser Einstufung nicht allein. Dasselbe gilt laut unseren Daten für Spinboss, Wintino, Lucky Meister und Godz Casino.
Was die fehlende Erlaubnis rechtlich heißt
Der neue Glücksspielstaatsvertrag ist im Juli 2021 in Kraft getreten. Laut GoogleWatchBlog ist Online-Glücksspiel seitdem nur erlaubt, wenn der Anbieter eine gültige GGL-Lizenz hat.
Der Blog schreibt außerdem, dass Werbung und die Platzierung in Suchmaschinen unter bestimmten Bedingungen zulässig sind. Ein Auftritt in Suchmaschinen sagt also nichts über die Erlaubnis aus.
Die GGL ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, so Gaming Intelligence. Wer wissen will, welche Anbieter eine Erlaubnis haben, findet Hintergründe auf unserer Seite zur GGL-Whitelist. Eine Übersicht zugelassener Betreiber bietet die Seite zu Online-Casinos mit deutscher Lizenz.
Google Ads: nur noch mit GGL-Lizenz
Google hat seine Werberichtlinie für Glücksspiel in Deutschland überarbeitet. Laut GoogleWatchBlog geschah das im September 2024. Gaming Intelligence nennt das Datum 25. September, aber kein Jahr.
Die wichtigsten Punkte:
- Über ads.google.com dürfen nur noch Anbieter mit offizieller GGL-Lizenz werben.
- Vergleichsseiten, die auf nicht lizenzierte Plattformen verlinken, sind von Google Ads ausgeschlossen.
- Nach Gaming Intelligence gilt die Regel auch für Glücksspiel-Affiliate-Websites.
Die Maßnahme entstand laut GoogleWatchBlog aus einem direkten Austausch zwischen Google und der GGL. Gaming Intelligence zufolge arbeitet die GGL seit 2023 eng mit Google zusammen. Das habe zu konstruktiven Gesprächen geführt und in die neue Richtlinie gemündet.
Google Ads ist nach GoogleWatchBlog stärker reguliert als die reine Suche. Als Anbieter der Werbefläche kann Google unter Umständen haftbar gemacht werden.
Für Lizaro folgt daraus: Ohne GGL-Lizenz erfüllt der Anbieter die Bedingung für Google Ads nicht.
Wie die GGL die Wirkung bewertet
Die Behörde zieht eine positive Zwischenbilanz. Laut Gaming Intelligence stellte sie in den ersten Wochen nach Inkrafttreten keine bezahlten Anzeigen nicht lizenzierter Anbieter fest. Auch nicht zugelassene Affiliates seien seit dem Update nicht aufgefallen.
GoogleWatchBlog berichtet, Anzeigen für illegales Online-Glücksspiel seien deutlich zurückgegangen, vor allem auf Vergleichsportalen.
GGL-Chef Ronald Benter sagte laut Gaming Intelligence: „In our view, the amended advertising guideline is currently having a clear effect.“ Die beiden Quellen bezeichnen seine Funktion unterschiedlich: GoogleWatchBlog nennt ihn „Vorstand“, Gaming Intelligence „chief executive“.
Die GGL will die Entwicklung beobachten und mit Google in Kontakt bleiben. Ziel sind weitere Einschränkungen für die Werbemöglichkeiten illegaler Anbieter.
Organische Suche: Treffer beweisen keine Legalität
Die Lücke liegt in den normalen Suchergebnissen. GoogleWatchBlog schreibt, lizenzierte Anbieter hätten trotz Legalität keine hohe Sichtbarkeit. Oft dominierten Seiten aus dem Ausland oder Portale ohne rechtlich gesicherte Inhalte.
Der Blog erklärt, organische Treffer hingen weiter stark von der Suchmaschinenoptimierung ab. Illegale Anbieter könnten so auch ohne Lizenz sichtbar bleiben.
Die GGL teilt diese Sorge. Laut Gaming Intelligence erreichen manche Schwarzmarktanbieter hohe organische Rankings durch intensives Linkmarketing oder die Manipulation von Suchmaschinenrankings. Benter sieht laut GoogleWatchBlog beim Thema SEO weiteren Handlungsbedarf und Potenzial für weitere Einschränkungen gemeinsam mit Google.
Wer also über eine Suche auf einen Anbieter stößt, hat damit noch keinen Hinweis auf eine Erlaubnis. Eine Liste bekannter Fälle führt unsere Seite zu illegalen Online-Casinos.
EU-Whitelist: was bekannt ist und was fehlt
Die niederländische Behörde Kansspelautoriteit (KSA) baut nach eigenen Angaben gemeinsam mit Google eine EU-weite Liste lizenzierter Anbieter auf. Laut AffPapa soll Google damit nicht lizenzierte Werbetreibende erkennen und blockieren können. KSA-Vorsitzender Michel Groothuizen teilte den Plan in einem Kommentar vom 14. Oktober 2026 mit.
Die Initiative geht auf Treffen in Dublin im Jahr 2026 zurück. Dort vereinbarten die KSA und andere europäische Regulierer mit Google und Meta eine gemeinsame Task Force. SCCG Management nennt das Frühjahr 2026 und schreibt, Google und Meta hätten in Dublin ihre Europa-Sitze. Die Task Force wolle eine Datenbank zugelassener Betreiber je nationaler Rechtsordnung zusammenstellen.
Offen bleibt vieles:
- Einen Starttermin nennt AffPapa nicht.
- Laut SCCG Management ist unklar, ob die Beschränkungen Google Ads, die organische Suche oder beides betreffen.
- Die beteiligten Behörden und der Zeitplan wurden nicht bekannt gegeben.
- Keine der beiden Quellen nennt eine Beteiligung der deutschen GGL.
Für Deutschland gibt es bereits eine eigene Übersicht, die Sie auf der Seite zur Whitelist für Glücksspiel in Deutschland finden.
Die Haltung der KSA und der niederländische Markt
Groothuizen sagte laut AffPapa, Tech-Plattformen profitierten von illegalen Glücksspielanzeigen und hätten wenig Anlass, sie einzuschränken. Als mögliche Grundlagen für ein Verfahren nannte er niederländisches Recht und den Digital Services Act der EU. Ein solches Verfahren könnte bis zu fünf Jahre dauern. Die DSA-Durchsetzung gegen die größten Plattformen liegt bei der Europäischen Kommission.
Sein Zitat lautet: „Voluntarily giving this up or imposing substantial restrictions on themselves goes squarely against their business model. Yet that is what we demand of them, preferably amicably, if necessary by force.“
Bußgelder gegen Betreiber im Ausland wirken laut SCCG Management nur begrenzt. Die KSA setzt deshalb nach eigenen Angaben auf geringere Sichtbarkeit, erschwerten Zugang, unterbrochene Zahlungswege und Zusammenarbeit mit Technologiefirmen.
Zur Größe des Problems nennt AffPapa Zahlen. Fünf Jahre nach der Marktöffnung nutzen rund 90 % der niederländischen Spieler nur lizenzierte Seiten. Dennoch fließt etwa die Hälfte der Ausgaben an illegale Betreiber. SCCG Management beschreibt das als einen Euro im illegalen je einem Euro im regulierten Markt.
Auch die Branche fordert mehr. Laut iGamingBusiness warnte KSA-Abteilungsleiterin Renske Fikkers, ein Totalverbot von Glücksspielwerbung werde eine „zunehmend realistische Option“. Aus Sicht der KSA bleibe es aber unerwünscht.
Was Spieler prüfen sollten
GoogleWatchBlog rät, vor dem Spielen zu prüfen, ob die Plattform seriös ist und der Anbieter eine gültige Lizenz hat. Daraus ergibt sich eine einfache Reihenfolge:
- Prüfen Sie, ob der Anbieter im amtlichen Verzeichnis der GGL steht.
- Werten Sie weder Anzeigen noch hohe Suchplätze als Beleg.
- Beachten Sie, dass bei Lizaro die Erlaubnis fehlt.
Häufige Fragen
Ist Lizaro in Deutschland legal?
Nach den vorliegenden Angaben nicht. Lizaro besitzt keine Erlaubnis der GGL und steht nicht im amtlichen Verzeichnis der zugelassenen Anbieter. Online-Glücksspiel setzt in Deutschland laut GoogleWatchBlog eine gültige GGL-Lizenz voraus.
Beweist ein hoher Google-Platz, dass ein Anbieter erlaubt ist?
Nein. Laut GoogleWatchBlog hängen organische Treffer stark von der Suchmaschinenoptimierung ab. Gaming Intelligence nennt Linkmarketing und Ranking-Manipulation als Mittel mancher Schwarzmarktanbieter. Die GGL sieht hier weiter eine Lücke.
Dürfen Vergleichsseiten bei Google Ads für nicht lizenzierte Anbieter werben?
Nein. Vergleichsseiten, die auf nicht lizenzierte Plattformen verlinken, sind laut GoogleWatchBlog von Google Ads ausgeschlossen. Gaming Intelligence zufolge gilt die Richtlinie auch für Affiliate-Websites.
Wann startet die EU-Whitelist?
Das ist offen. AffPapa nennt keinen Starttermin. SCCG Management schreibt, Zeitplan, beteiligte Behörden und Umfang der Beschränkungen seien nicht bekannt gegeben worden. Eine Beteiligung der GGL nennen die Quellen nicht.
Quellen
- GoogleWatchBlog — Wie Googles Suche die Sichtbarkeit regulierter Glücksspielangebote verändert
- Gaming Intelligence — German gambling regulator welcomes new Google Ads update
- AffPapa — Netherlands & Google to build EU list of licensed operators
- SCCG Management — Google e Reguladores Europeus Desenvolvem Lista Branca de Operadores Licenciados
- iGamingBusiness — KSA introduces new era of cooperation, warns of full ad ban
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